Freitag, 6. Dezember 2013

Tag 12 Sibiu "ein toter Vogel kommt vorbei und stirbt"

Tag 12 Sibiu - Speisesaal - Schwimmbad - Speisesaal  (0 km)
Beschreibung: Launige Tour durch die plüschbehangenen Gänge und Säle der Jungenstilvilla mit anschließender venizianischer Stadtbesichtigung

Der Weg nach dem Erwachen führt uns durch endlose nur schwach mit künstlichem Licht erhellte Gänge,
von Tür zu Tür in einen Großen Saal. Eine fremde laute Meschenmasse empfängt uns mit gesenktem Blick. Ihre Hände gerüstet mit primitiven Hieb- und Stichwaffen versperren sie uns den Weg.
Werden sie uns feindlich gesinnt sein? Uns versuchen, von unserem Weg abzubringen oder uns zu verjagen?
Wir lassen uns nicht einschüchtern, viel zu weit sind wir schon nach Osten vorgedrungen. Wir sind bereit, für unser Recht zu kämpfen....


bereit, auch unter großen Verlusten das Frühstücksbuffet zu erreichen.
:-)



Der Himmel bleibt bedeckt. Es wird wohl den ganzen Tag regnen.
Wir fröhnen dem üppigen und stilvollen Angebot in dem netten Jungenstilambiente des Speisesaales.


Leider kommen wir nicht in den Genuss des offenen Daches.
In Anbetracht dses ausgewogenen Frühstücks - eine Komposition, die selbst gesundestes Blut in die Konsistenz von 3 Grad kaltem 50er Oldtimeröl verwandelt -


 soll der Tag mit einer Trainingseinheit im gestern Abend schon besichtigten Hotelpool starten.
Soooooooo....................der Plan.


Vermutlich wegen der anhaltenden Dürreperiode - im Senegal -  erweist sich der Pool leider nicht wie geplant als Hort willkommener körperlicher Ertüchtigung,

da er ausgerechnet heute wegen Servicearbeiten abgelassen wurde. Sehr ärgerlich, denn so ein Tag mit Waschen, Schwimmen, Saunieren wäre exakt das gewesen, was uns gerade gut zu Gesicht gestanden hätte.

Während der Pool sich langsam, sehr langsam, viel zu langsam wieder mit Dürrebekämpfungsmittel füllt, verlassen wir unser Hotel  (das da)

und drehen, bei nicht gerade üppigem Tageslicht, eine erste Runde durch Herrmannstadt.


Die Stadt hat mit ihrem etwas angestaubten K&K Flair





















 (Das ist St.Hanfes. Habt Ihr gesehen, was der in der Hand hält)




 (ArtWork von  Kiff Heering)

den in diversen Baustilen errrichteten  Kirchen und Gebäuden




doch einiges zu bieten.



Wobei ich die Lust der Orthodoxen am Abknutschen von Reliquien nur schwer nachvollziehen kann.


Auch wenn noch recht viele Hinweise auf deutsche Kultur und Sprache zu finden sind,


möchte ich Euch gleich der Hoffnung berauben, dass in diesem Teil Rumäniens die Sprachbarriere tatsächlich niedriger ausfällt. Nach unseren Erfahrungen bringt einen ein wenig Englisch definitiv besser voran.

Und dann war da noch dieser nette Einheimische, der mich zum Essen einladen wollte



Irgendwie drückt das düstere Wetter dann aber doch auf die Stimmung.
Auch der am Stadtrand liegende bizarre Einkaufstempel mit seinen 4 Etagen Expose kann uns nicht aufheitern.
 Magazinul Dumbrava
Das Ding muss man echt gesehen haben. Der Bau stammt wohl noch aus der Hochblütezeit des Spätsozialismus und war einst Einkaufstempel numero uno in der Region. Die äußere Bausubstanz hat den Sprung in die Einkaufsneuzeit gänzlich unbeschadet überwunden, was in erster Linie dazu dient, Ortsfremde in diese Labyrinth der Geschmacklosigkeit hinein zu locken.
Auf vier Etagen wird dem verwirrten ausländischen Besucher ein unüberschaubares Potpourri an Merkwürdigkeiten und Waren präsentiert,

***Zensiert: Bild widerspricht den Googel-Richtlinien zum Schutz des Augenlichtes***
***Picture is wegmaked by Abusecenter and insperred in a restricted area for never find back to the tageslicht***

welches man sonst allenfalls von Trödelmärkten oder der Altkleidersammlung her kennt. Nach einigen verzweifelten Versuchen gelingt es uns, diesen Tempel des Besonderen zu verlassen und draußen erst mal um Luft zu ringen und sich geistig vom Suizid zu lösen.
Nicht allen sollte dies gelingen.

Ein toter Vogel kommt vorbei und stirbt......



.....der Kellner spiel Klavier......

Der Tagestiefpunkt ist, denke ich, erreicht, als wir weitab aller Unterstellmöglichkeiten von einem Platzregen überrascht werden.
Wir gehen zurück zum Hotel, nicht ohne vorher im Supermarkt noch was zu knabbern und eine Flasche Wein zu kaufen.





Um halb sechs sitzen wir im Zimmer und warten.....


auf was auch immer.
Kanal 16 bringt die Stimmung auch nicht weiter hoch und das Lustigste, was so passiert, ist das Glas Wein, das mein Bettlaken in eine Requisite aus Nightmare verwandelt.
Der Himmel klart unbemerkt auf. Das Dach vom Speisesaal öffnet sich.
Aber irgendwie sind wir alle Vier ganz schön fertig.
Irgendwann döse ich, begleitet von dem aus dem offenen Dach des Speisesaals dringenden Pianokonzert, beseelt ein.


Sooooo schlecht war der Tag dann doch nicht und ich träume schon mal von der Transfogarasan, die wir morgen unter die Räder nehmen werden.


Und vom Ende der Dürreperiode, welches morgen, wenn auch zaghaft, eingeleitet wird.