Mittwoch, 25. Dezember 2013

Tag 17: "kein Tag ohne Griffheizung" Sabine 02.09.13

Tag 17: "kein Tag ohne Griffheizung"

Etappe: Transalpina- Beius (288km)
Ausfälle: ein Stück der Transalpina
Beschreibung: Superschöne Etappe durch dicht bewaldete Hügel, mit unerwartet guten Straßen und fast durchgehend Asphalt.


Der Tag beginnt sonnig und eisigkalt. Als ich endlich vor die Tür schreite, kommt mir Lutz bereits entgegen. So wie es scheint, hab ich die Odyssee der Waldbewohner zur Wasserstelle verpasst. Nach gewohnt reichhaltigem Frühstück geht es bestens gelaunt auf die Moppeds, denn vor uns liegen Kilometerdekaden allerfeinster Karpatenlandschaft.



Der üppige Sonnenschein trügt ein wenig über die mehr als weihnachtlich tiefen Temperaturen hinweg. Selbst ich hatte kurzfristig die Heizgriffe an und die Investition für Sabines Heizgriffregler war ohnehin rausgeworfenes Geld.

  
Lasst euch nicht von dem Bild irritieren. Von der einst so abenteuerlichen Streckenführung und Wegbeschaffenheit ist nur die Streckenführung erhalten. OK, vielleicht im letzten Drittel noch, das wir uns aus Zeitgründen und wegen einer kleinen Fehlinformation für die nächste Reise aufgehoben haben.


Hier beobachten Lutz und Helga, wie sich Sabine in der Steilwand austobt.




 Da ist sie wieder gesund und munter, ohne Kratzer am Mopped zurück.
 

 Irgendwie war mir irgendwann klar, dass ein Stück der Transalpina uns verborgen bleiben würde. Und die Länge des Rückweges über die Tatra machte mir angesichts der wenigen verbleibenden Tage etwas Kopfzerbrechen. Auch das NAVI sagte mir stets das Gleiche.

Ihr seid zu spät dran.....hahahaha.





Nach einem Kaffee geht es dann raus aus den Bergen hinein in die staubige Ebene von Sebes bis nach Alba Iulia. Alba Iulia hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten und ist einen längeren Aufenthalt auf jeden Fall wert. Der Straßenverkehr in der Neustadt bringt einen, im Zusammenspiel mit der äußerst kreativen Beschilderung, schnell mal aus der Fassung. Hat man den Weg hinauf in die Altstadt aber gefunden, beruhigt sich alles und man beginnt die alten Bauten und die eigenwillige Verkehrsführung zu schätzen.



Die Festungsanlage mit der alten Kirche ist über einen Parkplatz leicht zu erreichen, wenn man sich nicht so unbedingt an der vorgegebenen Fahrtrichtung orientiert.
Die Befestigungsanlagen selbst erinnern sehr stark an die Bauweise, wie sie Vauban bevorzugte.


 Allerdings ist das der Festung innewohnende Baugut von viel schönerer Ausprägung als in den schnöden Garnisonsbefestigungen der Franzosen.


  



 Ein alter König
 und seine Gattin,
bewachen noch heute den Eingang.

 Nach einer ausgibigen Besichtigungsrunde geht es weiter nach Oradea.
So der Plan................





Jedoch durften wir erst einmal einen der wenigen maximalen Navigationsgerätefehler genießen.


Denn hier wären uns die Vierzylinder definitiv verreckt.

Irgendwie wurde es dann auch schon bald wieder Zeit, Nahrung aufzunehmen.
Wir bevorzugten mittlerweile das zweistufige System.
Erst nehmen wir Nahrung ins Topcase auf
dann an einer schönen Stelle
nehmen wir diese Nahrung aus dem Topcase auf.

Bei diesem netten Herrn um die Ecke



füllten Sabine und Helga das Topcase denn mit allerlei Fettigem und etwas Antipastischem.
Nur Brot wollte man uns nicht verkaufen.
Ich drehte dann mal eine kleine Runde durch die doch etwas größere Stadt


und fand dann auch so manchen Laden und viele kleine Sehenswürdigkeiten


aber kein einzigen Krümel Brot.
Dafür glücklicherweise aber uns Anderen wieder, denn wir wollten Volker hinterher und stellten dabei fest, dass es viele Abzweige von der Hauptstraße gab.



Erst Kilometer später sollten wir dieses Manko an einer Tankstelle mit einem herrlichen selbst gebackenen Landbrot egalisieren können.
Wenn Brot bei uns noch so schmecken würde.


Auch ein geeigneter Picknickplatz war dann schnell gefunden.


In Beius beschließen wir schließlich, dass wir für heute weit genug gekommen sind. Nach etwas hin und her finden wir ortsausgangs eine kleine Pension, die unseren Vorstellungen (große Zimmer, sauber, familiärer Biergarten) entspricht.
Es wird unser letzter Abend in Rumänien, den wir mit Pizza und farbigen Wasserspielen und reichlich Ciuc feiern.

Und die Pizza war auch viel besser, als es die gigantischen Mengen Ketchup, die hier wohl verbraucht werden, suggerierten.