Mittwoch, 16. Juli 2014

Von Fort zu Fort

Na habt Ihr auch alle schön mal die beiden Forts

Fort Taburda
Fort Pepino

gegoogelt?

Geil da, oder?
Bei mir sah das dann so aus



und der lange Weg von der Mosel hierher hatte sich auf einen Schlag gelohnt.
Aber der Reihe nach:
Der Tag begann mit einer Aktion (an der unteren Ampel an der Schlange vor dem Tunnel vorbei und bei rot durch), auf die man wie schon beschrieben besser pfeifen sollte, um mich dann mit der geschotterten Auffahrt zum Tende zu belohnen.
Oben angekommen, rechts halten und weiter durchs Fort Central (also der verfallene Wohnbereich) und weiter zur Feste.
Von da aus sieht man schon den Weg zum Colle della Boaria, dem wohl bekanntesten und meistgeknipsdingsten Platz auf der LGKS. 




Bei gutem Wetter einfach zum niederknien schön. 


Da war dann aber schon ein wenig Schluss 




und etwas weiter war dann gänzlich finito wegen eines Erdrutsches.
Eigentlich schade, aber bis zu dem Stück, wo wir letztes Jahr nicht weiter kamen, kann es nicht mehr weit gewesen sein und das hier war definitiv eine der besten Ecken der ganzen Tour.

Es war auch ordentlich einsam da oben, was weniger an der frühen Morgenstunde als an der Tatsache lag, dass diese nette Überspülung den gesamten Klein- und Geländewagentourismus abblockte.



Auch ein weiterer Versuch, die Sperrung zu umgehen, scheiterte an meiner Risikofreudigkeit vor dieser Steilpassage.


Aber in vier Tagen stehe ich da ja wieder mit Sabines Föhn und dann wird abgetaut.

Der Weg zu Fort Taburda war natürlich mit einer Barke versperrt,
die sich aber leicht umfahren ließ.
Der Pfad hierher und der weitere Verlauf zum Pepino beschenken einen mit traumhafte Bergpanoramen



und einen Blick auf den gesamten Tende.
Das ist das braune Würmchen, dass sich da links so runter mäandert.
Das Fort selbst ist recht überschaubar und ich bin auch ausnahmsweise nicht reingeklettert.

Nach dem ersten Fort wird der Weg deutlich schlechter und es ist auch nicht mehr zu übersehen,
dass Motos hier nicht mehr erwünscht sind.
Dennoch lohnt es sich, das Risiko eines dicken Strafzettels auf sich zu nehmen und auch die letzten Meter zu erklimmen.
Man darf sich dabei nicht von der Straßenführung irritieren lassen. Man fährt fast den gesamten Weg stetig ansteigend parallel zurück, macht dann einen Schlenker nach rechts und gleich drauf wiederholt sich das Spiel, trifft auf ein paar Wanderwege, von denen man sich nicht beirren lassen sollte und gelangt dann (halt Kehren gabs auch) zur Cima di Pepino und..............

.....ist so beeindruckt, dass man vergisst ein Bild zu machen.
Hurra!!!!!!!!!!!

Die Rückfahrt war geprägt von schlechtem Gewissen (ein wenig) und dem ständigen Gefühl, dass sie da doch irgendwo lauert....

die Ordnungsmacht und es doch noch teuer wird.
Aber keiner da... nur ein paar MTB'ler, die mich tiefenentspannt zurückgrüßten.

Gut, also auf der LGKS gabs für mich kein Durchkommen. Nachdem ich abends die deutsche Gruppe mit den Knalltakt-Enduros an der Tanke getroffen hatte, war ich auch ganz froh, dass ich es nicht länger versucht hatte, denn deren Geschichte klang nicht ganz so nach dem, was ich mir für mich vorgestellt hatte.

Es gibt auf der anderen Seite des Tende eine sehr sehr schöne Strecke über Casterino hinunter nach Tende.
Diese Passage hält je nach Gusto eine Menge Optionen für den kleinen Adventurerider bereit, die man entweder gewollt oder wie in meinem Falle ungewollt kombinieren kann.

Nur eine Kombination geht leider nicht, auch wenn das NAVI bis zum bitteren Ende daran festhält, aber davon beim nächsten Mal mehr.

Was nämlich immer geht, ist die Besichtigung von Forte Magheria
(man kann nicht dran vorbeifahren- hm , mir fallen gleich 3 Interpretationen dazu ein),
was ich euch jetzt ein wenig näher bringen will
und die Rocca dell' Abisso

Forte Magheria liegt eben genau am Weg und über eine kleine Rampe gelangt man in den Festungsgraben.


Die Brücke ist wie immer demontiert, was erst später für mich zum Problem wurde.



Also Lampe einpacken oder Taschenlampenapp zünden und hinein. Na ja, nicht soooo einfach, denn man muss etwas suchen, bis man einen Gang findet, der auch hinein führt.
Ich verrat's schon mal, es ist der schmalste und dunkelste.


Also immer schön dem Gang lang und irgendwann gelangt man in den Innenhof.



Wenn nicht, keine Angst hier geht das Handy noch,
also falls die Taschenlampenapp den Akku nicht schon entsaftet hat.
Sollte das der Fall sein
keine Panik
es ist Saison
und da kommt alle paar Tage mal einer vorbei.

Die Kasematten sind alle molto defecto und bei dem Spaziergang über der Festung muss man drauf achten, nicht in einem der im Rasen versteckten Löcher einzufädeln und in die unteren Räume durchzubrechen.
Dann (also so nach 15 Minuten gelebter Einsteigerarchäologie)
gelangt man ins Hauptgebäude und zu der Erkenntnis, dass ich keine Ahnung mehr habe, wo der schmale Gang hin ist, der mich wieder rausbringen sollte.

Na gut, ich gehe zur Treppe



oder dem Bogen, der mal eine Treppe gewesen sein könnte und gelange gewissermaßen in einem Rutsch auf die Wendestelle der Treppe.
Ja und von da aus sind's dann nur noch wenige cm und man ist wieder im Graben.
Wenige 150 cm..... ohne die nach vorne..
eigentlich war ich froh, dass da jemand Steine hingelegt hatte.


Den Burggraben kann man übrigens durchfahren, aber Vorsicht, da liegt viel Eisen rum und da ich ja so ein Eisen-mit-den-Reifenmagneten-aufsammel-Typ bin
hab ich mir das verkniffen.


Nach diesem kleinen Treffen mit der Vergangenheit wurde mir schnell gegenwärtig, dass es noch ein weiter Weg bis zur nächsten Mahlzeit werden wird.
Das NAVI war zwar anderer Meinung aber dazu später.
Ich passiere Bässe de Peirefique in Richtung Baisse d'Ourne, bevor mich das NAVI vom eigentlichen Wege abbringt.
Brav folge ich dem angezeigten Verlauf und lande dann hier.


Neben dem netten Felsdurchbruch finde ich eine Menge optionale Wege,
-die alle besser aussehen als den,den Zumo-Mausi vorschlägt-
und ende eben so überrascht wie  erschöpft hier.

.

Auch wenn jemand so freundlich war, die Tür aufzuhalten,
da ging's mit dem Mopped wirklich nicht viel weiter.



Aber davon und den Sackgassen des Monte Agnelino mehr, wenn ich wieder zurück bin.