Samstag, 15. November 2014

CRF250L Wiedergänger die Story

Also wie alles begann

zu viel Gepäck kleines Mopped
nach Albanien  seid ihr bekloppt......
Südtirol-Istrien-Kroatien-Montenegro-Albanien-Mazedonien-Krankenhaus-Fuß gebrochen- heimfliegen-Alpen-Friaul-Rettungshubschrauber-Krankenhaus-ADAC
stop stop stop...............

Ok, wem das jetzt zu schnell ging, der kann ja mal im Blog blättern und hin und her und hoch und runter scrollen, denn einen Großteil der drei Abenteuerwochen hab ich da ja schon mal niedergeschrieben.

Für Alle, die auf dem Laufenden sind oder es gar nicht so genau wissen wollen, setze ich schnell mal einen Abholpunkt.

Also...............................
Sabine befindet sich schon, mit frisch eingegipstem Bein, auf der Couch im blauen Haus in Löf, während der Rest der Exekutionsgruppe über die Alpen zurückkehrt.
Genauer gesagt sitze ich, nachdem Helga sicher mit dem Hubschrauber im Krankenhaus gelandet ist, bei einem Entspannungsbier im Hotelgarten. Was für eine irre Reise, denke ich bei mir, als das Handy klingelt.
Am anderen Ende meldet sich der ADAC und in mir wächst die Hoffnung, dass nun auch endlich Sabines Motorrad den langen Weg von Mazedonien an die Mosel geschafft oder zumindest angetreten hat.
Mit treten lag ich richtig und zwar in die Tonne, denn wie mir die nette Dame vom ADAC mitteilt, wurde mein Motorrad geraubt. Genaues wüsste sie aber nicht und schönen Urlaub noch.

Toll, wir haben das Motorrad extra beim Hotelmanager im Büro untergestellt, damit nichts wegkommt und dann lässt sich der Spediteur das Maschinchen vom LKW klauen. Aber es soll ja noch besser kommen, denn kaum zwei Tage später erfahren wir, dass die CRF wieder da ist und nun vom ADAC überführt wird.

Es passiert erst mal ein paar Tage nix, dann aber wird das Motorrad bei Uwe in seiner Werkstatt angeliefert.
Die Worte
"De Reste von deine  Mopped sin anjekomme, wann willschde die jan hole komme, ich hann keine Platz"
verheißen schon nichts Gutes, aber was ich dann auf Uwe's Hof in Augenschein nehmen durfte, trieb mir dann doch die Magensäure Richtung Kehlkopf.
An dem ganzen Motorrad befand sich nicht ein einziges nicht verkratztes oder verbeultes Teil und jetzt wird's richtig lustig...............
Der beiliegende Transportbericht wurde mehrmals überschrieben und suggeriert, dass das Motorrad in diesem Zustand in Struga abgeholt wurde. Der beiliegende Unfallbericht gehört gar nicht zu unserem Motorrad. Das Kennzeichen ist auch weg und kein erklärendes Wort seitens des ADAC.

Irgendwann meldet sich dann doch ein Herr vom ADAC........
........um keine der sich stellenden Fragen auch nur ansatzweise beantworten zu können, sondern um nachzufragen, wie ich mit dem Service der Rückführung zufrieden sei.
Etwas überrascht frage ich, was genau er denn damit meine, denn mein Motorrad wäre völlig zerstört angeliefert worden.
Darauf entgegnet er nur ganz trocken, das könne nicht sein, "unsere Spediteure tun so etwas nicht."
Ein Ansatz von Unentspanntheit vertreibt meine Fassungslosigkeit, als ich ihn frage, ob ihm denn der Sachverhalt des Diebstahls bekannt wäre.
Die Antwort lautete in etwa
ah, ja, da sind ja noch Dokumente beim Vorgang, ja, dann müssen Sie sich an die Schadensabteilung wenden.
Ich bitte um Weiterleitung des Anrufes............Fehlanzeige.

Da dies nun sicher etwas anders klingen mag, möchte ich vorweg schon mal was klarstellen. Wir sind wirklich froh, im ADAC zu sein, und die Nummer  mit Sabines Rückführung hat letztlich auch wirklich toll funktioniert, aber es gab, neben der Tatsache, dass man bei jedem Telefonat alles nochmal erklären musste und wichtige Infos zu den benötigten Papieren überhaupt nicht oder zu spät bekommen hat, schon irre viel Verbesserungspotential.
Und dazu gehört eben auch, dass sich Mitarbeiter in den Vorgang einlesen, bevor sie einen Kunden anrufen und nach der Qualität der Serviceleistung fragen.

Ok, also ein paar erklärende Bilder.
Abgegeben hatten wir im Hotel Galeb in Struga (bei dessen Mitarbeitern ich mich hier nochmals für die tolle Hilfe und Unterstützung bedanken möchte) das hier.


Das Bild ist leider nicht so gut, denn da stand die Maschine schon sicher im Büro des Hotelmanagers und wartet auf den Spediteur.

Zurück bekommen haben wir das hier:

Tacho zerstört, Lenker verbogen, Spiegel ab, Protektoren für die Tonne, Maske abgerissen Scheinwerfer freck, einzig die Heizgriffe gehen noch.


Der Rahmen an mehreren Stellen verkratzt und die rechte Fußraste eingedrückt.


Tacho abgerissen. Im ersten Moment dachten wir es käme von dem Versuch das Motorrad kurz zu schließen, aber als es um die Frage der Schuld ging, kam vom ADAC die Aussage, dass das Motorrad auf dem LKW mit Lenkschloss gesichert war. Ja, da muss sich jetzt jeder selbst seinen Teil dazu denken. Ich glaube aber eher nicht, dass die Diebe das Motorrad kurzschließen wollten, um anschließend damit im Kreis zu fahren, denn das Lenkschloss war völlig unversehrt.


Die Gabel etwas verzogen


Die Bordelektrik rausgerissen. Lustigerweise war die Abdeckung nachher wieder drauf geschraubt, was zumindest auf sehr sehr ordentliche Diebe schließen lässt.


Rundumverschönerungen, sprechen dafür, dass man sich gründlich jeder Seite des Fahrzeuges gewidmet hat.





Ja und dann schon fast mein Lieblingsbild.
Was man hier unter der Heckbürzel sieht, ist nicht etwa eine Walnuss, die ein Eichhorn da versteckt hat. Es ist Schotter und es schaut auch so aus, als wäre das Motorrad rückwärts durchs Kiesbett gezogen worden. Erst dachte ich die Diebe wären mit dem Motorrad gestürzt und rückwärts geschlittert, aber das geht ja nicht, denn das Lenkschloss war ja aktiv.



Ja, und dann mal noch ein Wort zum ordentlichen Verzurren.
Was man hier auf der Tankverkleidung sieht, ist meiner Meinung nach der Abdruck eines breiten Spanngurtes, wie man ihn bei Autos z.B. verwendet.


So etwas über den Tank und Verkleidung zu spannen, ist meiner Meinung nach unsachgemäß, denn es führt hierzu.


Die Verkleidung gibt unter dem Druck des Gurtes nach, die Verbindungsstellen reißen aus. Das Fahrzeug steht nicht mehr sicher.

Eigentlich gab es vom Kühler über Tacho, Heck und Räder, nicht ein unbeschädigtes Teil.
Dafür aber erst nach etlichen Wochen das in kyrillisch gefasste serbische Polizeiprotokoll, mit dem wir dann endlich, nach einer Anzeige bei der hiesigen Pozilei, die Maschine abmelden konnten.

Ja, und dann, als endlich eine Übersetzung des Polizeiberichtes vorlag, ging das Staunen erst richtig los.
Ich will's mal kurz machen.
Bis heute wissen wir nicht, wo, wann und in welchem Zustand das Motorrad wieder gefunden wurde.