Dienstag, 17. März 2015

Motorräder Dortmund 2015 .......oder der Niedergang des rituellen Saisonstarts

Man kann ja über Motorradmessen denken, wie man will.
Manche Regionale sind einfach etwas zu klein, dafür trifft man viele Freunde.
Andere sind einfach etwas zu groß (Intermot Köln), dafür gibt es echt alles zu sehen und anzufassen
(vgl.  intermot-2014-koln   intermot-2014-koln-part-II intermot-2014-koln-part-III)

Ein gutes "Mittel" war eigentlich immer die Motorräder in Dortmund,
die neben dem Schauen und Anfassen auch immer die Option zu kaufen bot.
Obendrein fiel sie immer genau mit dem Ende des viel zu langen Winters zusammen
und überbrückte somit die schlimmen endlosen Wochen vom getauten Schnee bis zu den ersten längeren Sonnenabschnitten.

Und so sind wir nun seit gut einem Jahrzehnt immer dem Ruf aus dem Bergischen gefolgt und zur Westfalenhalle gepilgert.
Dort wurden wir aber zunehmend von einem stets kleiner werdenden Programm und Ausstellerportfolio bei steigendem Salär verärgert und ich könnte mir vorstellen, dass wir dieses mal das letzte Mal dort gewesen sind, denn der Abstand zur Intermoto in Saarbrücken ist recht überschaubar geworden und dort gibt es noch Supermotorennen zu bestaunen.

Dennoch hatten wir auch auf der stark verkleinerten Messe viel Spaß und viel zu entdecken und gute Freunde haben wir da auch wieder getroffen.

Beginnen wir doch mit Helgas Geburtstagsgeschenk, die sich nach dem Markenwechsel ja auch was Besonderes verdient hat.

Nett auch anzusehen, wenn einer man an der Ampel auf einen Gesellen mit dieser Kopfbedeckung trifft, Es könnte die Wartezeit jedenfalls deutlich versüßen.


Dann gab's noch was für die Kollegen, die aus der Topfgun-Ära niemals mehr herausgefunden haben. 


Ja und natürlich durfte auch die 50 Shades of Aspaltgrey nicht fehlen,
da ja auch die SM Szene ausreichend bedient werden wollte.



Übrigens, auch wenn es kein Wendehelm ist, das Innenfutter hat das selbe Design wie die Außenhülle.

Und noch so ein grenzwertiges Design, das ich jetzt nur zeige,


um euch auf den focalen Höhepunkt  am Jammerhahn Stand einzustimmen.



Es ist die Kunst des Weglassens, so war es zu vernehmen, die einem neben diesem freien Blick durch das Heck auch wieder einmal eine ziemlich grauslige Front bescherte.

Bild entfällt, da sich die SD-Karte weigerte,
die Daten abzuspeichern.

Es waren Stimmen zu hören, die davon sprachen, dass die neue Front gelungener wäre als die alte. Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen und behaupten, sie sieht noch besser aus als die KarlDallOptik einer GS.
Apropopo BMW, hatte ich schon erwähnt, dass Halle 4 nun überwiegend in bayrische oder bayrisch-zulieferer (neue Kreation - subjaktiv) Hand gefallen ist?
Ich durfte mir zumindest über mehrere hundert Meter diverse Umbauten der neuen R90 (gesprochen klingt's so wie R nein nie) ansehen, die sich im Wesentlichen durch Alusmartphonehalter voneinander unterschieden.

Glücklicherweise gab es etwas Alteisen zu betrachten,


und somit bot man der Netzhaut den nötigen Raum zur Entspannung,
bevor das neue YZF Layout einem die Gehirnwindungen verdreht.


Die Frage, was einem der verdrehte Zylinder außer Verwirrung bringen soll,
ist schnell beantwortet.
13500 Umis - eine starke Ansage.

Zurück zu mehr Wohlgefallen.


und dem Schönen am Motorradfahren unterhalb der 10.000er Marke.


Der Guzzihändler vor Ort hatte sich wie immer mächtig ins Zeug gelegt.


Diese Scrambler Interpretation war jedenfalls 1000 mal schlüssiger, als das, was nebenan bei Ducati zusammengeklebt wird.


Allerdings bewegte sich auch das Preisniveau auf einer Wolkenschicht, bei der ich eher zu diesem Ding da greifen würde.


Alleine das Anfassen



und Draufsetzen lässt einem die


vollaufen.

Das Bekleidungsangebot zeigte sich, wie eingangs erwähnt, eher von einer bescheidenen Seite.
Die Premiumhersteller waren bemüht, die Preise zu halten, und lockten eher mit ebenso versteckten wie völlig sinnbefreiten Überraschungsbeigaben


Trotz der kleinen Messe konnte man sich verlaufen oder, wie dieser unerfahrene Messebesucher,


sich auch verfahren
oder den Motorradparkplatz nicht finden.

Überhaupt nervten die Beiden mit ihrem vorpubertären Auftreten


und dann belästigten sie auch noch harmlose Messebesucher


Nun gut, wir wissen nun nicht, was aus der jungen Frau (Beute) geworden ist,

was wir aber mit Freude festgestellt haben,

der Motorradmarkt wird sich vielleicht doch noch einmal von dem
elektronisch glattgebügelten
chronisch übermotorisierten und 
übergewichtig spaßbefreiten
SUV Motorrad 
jenseits der 15 k€ Grenze 
wegbewegen.

Denn die ersten ernstzunehmenden Boten aus dem fernen China haben uns erreicht



und haben ein paar herzallerliebste Spaßmobile im Gepäck.


Etwas über 2000€ für dieses kleine  Spielmobil (die Frau geht allerdings extra) erscheint mir mehr als marktfähig.

Eine Scrambler Interpretation der 400er (Bild zeigt die 200er)



soll uns bereits Mitte dieses Jahres erreichen.
Viel Spaß für kleines Geld und wenig Scheu, das dann auch mal im Gelände zu bewegen und in den Dreck zu schmeißen.


Dann wünschen wir allen einen guten Start in die frische Saison

Volker FahrLässig