Mittwoch, 6. Januar 2016

संस्मरण Enfield Tagebuch 2006 II

17.08.06 200km Öl Ventile
Knapp 200 km zeigt die Uhr, als ich von der Arbeit komme. Zeit zum Ölwechsel und Ventile einstellen, denn morgen geht es für 500 km auf die Piste.
Irgendwie schon komisch mit den 3 Ölablassschrauben. 
Sie sitzen irre fest. Klar, sie sind ja auch mit irgendeiner Dichtpaste bestrichen, wie sich nach der Demontage zeigt. Das Zeug sieht aus wie zerstampfte Butterstreusel, nur eben härter und klebt recht ordentlich. Nur zum Dichten ist es sicher nicht geeignet, da kein Stück elastisch. Sieht auch eher aus wie getrockneter Leim, aber wozu soll das gut sein. Ich bin am überlegen, ob ich die Schrauben auch mit Dichtpaste einsetzen soll. Ich entscheide mich dagegen, denn ich will ja wissen, was es so für Schwachstellen gibt.
Die Ölablassschraube des Öltanks passt nicht so wirklich zu dem Gewinde im Motorgehäuse. Hier ist Vorsicht angesagt. Die beiden anderen gehen ordentlich. In ihnen steckt eine Säule aus einem verlöteten Siebchen. Na ja, wenigsten liegen hier keine Späne, wie immer behauptet wird.
Ich schraube das Ölfiltergehäuse auf und gehe dann erst mal die Feder suchen. Hätten die Kupplungsfedern so viel Spannung wie diese hier, dann würde die Kupplung sicher nicht rupfen. Ich ziehe den Ölfilter raus und finde wenige kleine glänzende Metallpartikel auf dem Filterflies. Da hatte ich nach Studium der diverser Foren mehr erwartet. Na ja, vielleicht kommt's ja noch beim 1000'er Wechsel.
Schnell ist alles wieder montiert und das Öl eingefüllt. Ein paar mal ohne Zündkerze auf den Kicker treten und schon verteilt sich das Öl im Motor.
Schnell Ventilspiel kontrollieren, Auslass steht zu stramm, also korrigieren. Nach diversen Hondas, Kawas, Yamahas und vor allem einigen Guzzis, ist das hier ja mal was gaaanz Anderes. Ventileinstellen ohne Blattlehre. Tolle Sache, denke ich mir und es geht auch wirklich einfach, wenn man mal von der fummeligen Kontermutter absieht. Aber echte Vorteile gegenüber einer Einstellung am Kipphebel sehe ich auch nicht. Stimmt nicht ganz, da ja der Tank nicht ab muss.
Ok!!!! Hat funktioniert, jetzt klappern beide Ventile bescheiden aber deutlich vor sich hin.

Mal sehen, ob alles dicht ist. Ich packe Sabine auf die Sitzbank und wir tuckern an der Mosel lang. In Kobern auf dem Moselparkplatz dreht Sabine dann die ersten Runden. Sie wollte ja erst nicht aber, aber ich glaube, es macht ihr doch Spaß.

Jetzt wird gepackt. Morgen geht es auf nach Schotten. Ach ja, das Hochzeitsgeschenk muss ich ja auch noch abholen gehen.

18.08.06

Mist spät dran!!!! Ich öffne die Garage und es regnet. Also erst mal die Regenklamotten in den Packtaschen suchen. Es vergehen gut 10 Minuten, bis die Gummihaut sitzt. Schlüssel rum und...... Gott sei Dank, die Lampen brennen. Es geht los, unsere erste Regenfahrt.
Den ganzen Morgen stürmt und regnet es. So ein Mist, wir werden auch diese Jahr völlig nass in Schotten ankommen. Nochmals ein Blick aufs Wetterradar. Die wollen uns wohl veräppeln, da ist nix auf dem Schirm zu sehen. Gegen eins klart es plötzlich auf und als ich um zehn nach zwei endlich raus kann, scheint die Sonne.
Nun sieht man auch endlich die Rauchfahne, die ich hinter mir herziehe. Zu viel Öl eingefüllt. Was kümmert mich das, ich darf ja vorne fahren.
Die Gruppe, 11 Mädels und Buben, hab ich in zwei Gruppen geteilt, da ich ja nicht will, dass alle hinter mir mit 70-80 rumzockeln müssen. Jürgen hat sein Navi programmiert und führt die schnelle Gruppe gleich an der ersten Abzweigung in die verkehrte Richtung. Na ja, es ist nicht das letzte Mal, dass sie uns überholen werden, und so kommen wir am ersten Haltepunkt auch nur gerade mal 1 bis 2 Minuten später an.
Der Zeltplatz auf dem Sportplatz ist klasse und es hat auch alles funktioniert. Die Kleine steht neben meinem Zelt, was sich als Fehler herausstellt, da die Frühaufsteher sich das Maschinchen gerne anschauen und fachsimpeln. Das kommt meinem und vor allem Sabines Schlafbedürfnis nicht sonderlich entgegen. Ja, sie ist schon ein kleiner Publikumsmagnet. Danke nochmal an Michael D, der sie jeden Morgen abgeledert hat.

20.08.06
Es geht heim!!! Das Ventilklappern wird immer lauter und mit dem Wissen, dass ja schon lange nix mehr kaputt war, beginne ich damit merkwürdige Geräusche zu hören. Meiner Erwartungshaltung zum Trotz tut sich nix, außer dass die Kleine immer besser läuft. Wir sind dann mit Pausen doch gut 6 Stunden unterwegs und am Ende des Tages stehen dann 733 km auf der Uhr. Und du hast dir so im Durchschnitt knapp 4 Liter auf 100 reingesaugt.
Meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Vielmehr gewinne ich den Eindruck, dass die Mechanik viel besser ist als ihr Ruf.
Der Motor macht zumindest zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er zäh würde und klemmen wollte. Es gab keine Aussetzer und Gasannahme und Leerlauf sind bestens.

Das Getriebe (5 Gang) lässt sich von Beginn an klasse bedienen. Es schaltet zuverlässig, leise und präzise. Ich hatte neue Guzzis, die waren da auch mit 20.000km deutlich schlechter.

Ein Wort zur Bedienungsanleitung des Importeurs

Wegwerfen!!!!!!
Bis auf das letzte Blatt mit den Inspektionseinträgen für die Garantie. Da stehen nur wirklich wenig hilfreiche Sachen drin und Übersetzungsfehler hat das Ding, da wird dir schwindelig. Benutze nur das englische Original, das hilft dir wirklich weiter.

Nicht nur ein Wort sondern einen Satz zur Einfahrvorschrift.
Ich soll mit dem Möppi also anfangs nicht schneller als 50 im 5 Gang fahren. Das ist Nonsens!!!
Mal abgesehen davon, dass derartige Geschwindigkeiten im Straßenverkehr nicht realisierbar sind, ist bei 50 mit der Kiste kein vernünftiger Rundlauf zu erzeugen. Der Motor hackt auf Kette und Getriebe, was einem sinnvollen Einlaufen der Teile mit Sicherheit nicht zuträglich ist.
Schön gleiten tut die Fuhre so ab 60 und daher fahre ich außerorts auch zwischen 60 und 70 mit wechselnder Last, damit Kolben, Pleuel und Kurbelwellenlager ohne Hotspots laufen lernen. So klappt's auch mit der Kühlung besser.
Mal sehen, ob ich Recht behalte.

21.08.06
Ein Fahrradtacho wird zusätzlich mit angebaut, da ich der Eieruhr im Cockpit nicht traue und es keinen Tageskilometerzähler gibt. Den hätte ich aber gerne um mal, um zu sehen, was du so wegschluckst. Ich habe so den Eindruck, dass der Vergaser zu fett steht und auch nicht sonderlich taugt. Im Herbst ist Veterama! Da werden wir mal nach einem schicken 28er oder 30er für dich Ausschau halten.
Die nächsten Tage nix als Regen

25.08.06 Sieb im Krümmer entfernt und neuer Sattel
Das dämliche Sieb ist kaum mit dem Dremel raus zu bringen. Wenn nur alles so massiv geschweißt wäre. Als es endlich raus ist, will sich erst der Pott nicht mehr über den Krümmer schieben lassen. Sollte das so bleiben, flex ich das Ding einfach ein Stück ab.
Das mit dem Sattel ist leider nicht so einfach wie gehofft, da die kurzen Federn des Harley-Sattels in einem unmöglichen Winkel aus dem Sattel kommen.
Die Nutzung der Sitzbankschrauben muss nun doch in Betracht gezogen werden, da die Verwendung des hinteren Schraubensatzes wegen des flachen Winkels eine Abstützung des Halters nötig macht.
Die Idee, den Satz vorne zu verwenden, kam mir bloß nicht, da dem notwendigen horizontalen Flacheisen die Elektrik im Weg ist. Die lässt sich aber mit wenig Aufwand verlegen.

800 km Inspektion
Heute geht es zum Händler nach Limburg zur Inspektion.
Neben Amperemeter und Benzinhahn ist jetzt auch der Deko-Mechanismuss undicht und es sabbert aus dem Kopf. Dass ich gerne Öl mit verbrenne und kleine Wölkchen mache, kommt bei ihm nicht so doll an. Nach dem Ölnachfüllen ist wieder zu viel davon im Kurbelgehäuse. Die Anzeige scheint nicht sehr viel Mengenunterschied auszumachen.
Nach der Strecke Alken hoch, rutschte die Kupplung, aber nach ein paar km hat das zum Glück wieder aufgehört, sonst wäre ich den Berg hinter der Südbrücke nicht hinaufgekommen.

In der Werkstatt erfahre ich als erstes, dass die Teile nicht angekommen sind. Toll, aber andererseits ja auch nicht so schlimm. Es dauert dann noch etwas, bis der Meister kommt und es losgeht, aber dafür gibt es Kaffee und Teilchen.
Der Azubi kommt auch noch dazu und ab dem Moment geht es etwas langsamer vorwärts.
Der Besuch bringt aber genau das, was ich mir erhofft habe. Ich lerne eine Menge über den Aufbau und das Zusammenspiel der Teile.
Als letztes wechseln wir auch noch das defekte Standlicht. Kein Wunder, dass dieses Birnchen nicht lange gehalten hat. Es ist nämlich eine 6 Volt Birne eingebaut. Meine Enni hat aber bekanntlich eine 12 Volt Lichtmaschine. Die Lämpchen sind wirklich aus Glas und milchig beschichtet. Was für ein Aufwand. Nach dem Zusammenbau leuchten sie aber nur sehr schwach. Durch das Milchglas kann man den Glühfaden erkennen. Also wieder aufmachen und siehe da der Meister hat 24 Volt Lämpchen vom Lager geholt. Also nochmal das Ganze.
Für die Arbeiten +2-3 Liter Öl lasse ich 60€ übern Tresen wandern. Das finde ich ziemlich fair.
Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Ersatzteile bald kommen.

31.08-04.09 Rieslingtour
Die Garage wurde ausgeräumt, die V7 Sport kam auf die Hebebühne, Bänke, Tische, Musik und ein Herd wandern in die Garage. Es stimmt was nicht. Es kommen Leute mit Motorrädern von Überall her, nur um mich zu bewundern.

04.09 Sattel
Nach langem Überlegen haben wir bei Haubrich den Braunen Ledersattel gekauft.
Die Karkasse/Rahmen ist angegammelt, aber der Lederbezug ist wirklich sehr schick.
Bin mal gespannt, wie er passt.

05.09+++
Der Motor scheint kontinuierlich Öl zu verbrennen. Werde mal versuchen darüber Buch zu führen.

06.09. Sattelmontage
Komme erst spät von der Arbeit, aber dennoch will ich den Sattel montieren. Kann es kaum noch abwarten.
So grob scheint alles zu passen. OK, die Elektrik muss etwas anders organisiert werden, aber das ist kein echtes Problem.
Richtig Mist ist aber, dass die Rahmenlöcher für die vordere Sitzlagerung nicht für die mitgelieferte M10 Schraube gebohrt sind. Sie sind zu klein und ich muss den Bezug etwas entfernen, um dann das 10 Loch mit der Handbohrmaschine nachzubohren. 
TOLL!!!!!! Und super ärgerlich, denn der Sattel, dessen Qualität ja extra gelobt wurde, war ja auch nicht gerade ein Schnäppchen (149€).
Nun gut, aber als dann alles dran ist, entschädigt der Anblick für die Mühen.
Echt super.

07.09
Der Sattel muss vorne was höher, falls er sich nicht noch etwas in der Mitte setzt.
Sonst fährt man andauernd bergab.
Sattel wird durch Toppmontage der Halteöse einen cm hoch gebracht. Ok, das geht so.

14.09.2006 1320Km
Nun waren es gut 1000 Km reine Fahrfreude und dann das.
Genau vor Louis ölt die Kleine ab wie auf der Schlachtbank. Eine Lache vom Motorblock bis zum Hinterrad hat sie gelegt. 
Der Grund für die Inkontinenz ist schnell gefunden.
Über den Ausgang des Ölabscheiders, der nach Umbau des Luftfiltergehäuses über dem Schutzblech in der Luft hängt, hat sich eine große Menge Öl aufs Hinterrad und die Schwinge und von da dann weiter verteilt.
Vermutlich ist das Rückschlagventil im Abscheider hängen geblieben und durch den immensen Druck wurde über den Rücklauf Öl in den Abscheider gepresst oder es kam aus einem anderen Grund über die Abflussleitung hoch.
Das ganze geschah reproduzierbar ab 70 km/h. Nachdem ich das Ganze einmal ausgebaut und auf die original Luftfilter-Gehäusevariante umgebaut hatte, ist der Fehler bei der Probefahrt nicht mehr aufgetaucht.
Ich glaube jedoch nicht, dass es was mit dem Umbau zu tun hatte, dann hätte es ja ständig und von Beginn an auftauchen müssen.

19.08.2006 1420Km
Nun besteht Gewissheit!! Es hat definitiv nix mit dem Umbau zu tun. 
Auf der Fahrt zur Arbeit saut es schon wieder. Diesmal jedoch viel weniger, sind maximal 80 ml in die Box geflossen. Ich hab so den Eindruck, es hat auch was mit der Öl/Motortemperatur zu tun. Na ja, egal. Jedenfalls geht es heute wieder gaaanz langsam nach Hause.
Habe bei Gats angerufen. Er schickt einen Schlauch mit Rückschlagventil. Ich versteh zwar noch nicht, wie das funktionieren soll, da das Öl ja vermutlich beim Drücken mit hochkommt und in dem Moment das Ventil ja öffnen müsste, aber das wird schon funzen, sonst gäbe es den Schlauch ja nicht.





Defekte:
Amperemeter Übergabe
Benzinhahn nach 60 km Reservestellung funzt nicht
Vergaser Benzin kommt aus Überlauf. Ggf. defekter Schwimmer oder noch vom Choke.
Standlicht rechts kaputt 6 Volt Birne wurde werksseitig montiert.
Kein Strom mehr 125 Km
Kupplung rutscht 800km (nach der Steigung Alken)
Deko zunehmend undicht 800km Inspektion
Sattel 10020 km Sattelbohrungen nicht für M10
Fortlaufend steigender Ölverbrauch
Ölabscheider ohne Funktion