Sonntag, 10. April 2016

Auf zum Capo-Ccino Sizilien 2016 Vol. I

Eigentlich wollte ich ja wie immer mit der Story des Packens starten.
Ok, die Gelegenheit hab ich in "caso del stressimente" (wwIs = wie wir Italiener sagen)
klassisch verpasstos (spanisch),
eiderweil wir nämlich schon seit 3 Tagen andiamo del strada sind.


Während wir letzte Nacht aus der Fähre ausgekotzt durch den "abendlichen Innenstadtverkehr Palermos" (das ist die italienische Beschreibung für Stop and nogo, oder auch das Zusammentreffen vieler Menschen und Verharren in absoluter Bewegungslosigkeit unter Begleitung lauten Hupens) Richtung Hotel glitten,
stellte ich fest, dass ParlärmNo für meinen Beifahrer frei übersetzt 
"noch una Worto und wir spielen Aeroplana, ich bin Pilota und tu fliegst uscita" heißt.
Aber auch das ging ohne Kratzer in den Seitenwänden vorbei, denn wovor hat der Italiener mehr Angst als vor den Carabinieri?
Genau, vor der Massenträgheit eines übermüdeten 3 Tonnen Autocarri.
Wo wir beim Thema sind.
Die Angst des Sizilianers vor Verkehrsregeln bezugliko deren Einhaltung oder Beachtung. Da man sich die ganzen Schilder nicht merken kann, baut man sich eben Eselsbrücken (Ponte Asino wwIs)

Beispiele?
Gerne.
Weißer Balken auf rotem Grund:
Reihe Scheinwerfer könnte dir entgegen kommen.
Roter Kringel auf weißem Grund.
Man darf einfahren, wenn man sich danach in konzentrischen Kreisen wieder heraus bewegt.
Das ist total geil, gerade mit der Einbahnstraßeninterpretation hat man sich nach 30 Sekunden identifiziert. Okay, Sabine liegt das nun nicht so im Blut, aber da nicht mal einer hupt, sondern eher Platzimente macht, hat sie's akzeptiert.

Apropopolos (griechisch war klar oder) Platzimente. Eigentlich wollte ich ja was anderes rapporto (Infinitiv definitiv).
Genau, wie kommen die beiden Moppetenti in den Ducato zusammen mit den beiden Pedelecs.
Ich mach's kurz!
Not the Way like before.
And zwar therefore.

Jetzt hatte ich den Ducato gerade so schön eingerichtet, dass quasi alle denkbaren Motorräder bis zur Kombination GS und Bosshoss hineinpassen, da kommt mit
"die Pedelecs könnte man am Ätna mal ausprobieren",
auch schon die nächste geniale Idee angeschossen.
Okay, also alles vorwärts rein wie gehabt, wird eher nix werden, das war gleich klar, wenn man man betrachtet, wie Radkästen, Pedale und Fußrasten so herrlich intolerant miteinander umgehen.
Aber wie nun hinein damit?
Versuch macht Kluch
entlockt in der Enge der Blechbüchse aber auch
reichlich Fluch.
Außerdem muss Sabine mal wieder auf der Arbeit die Welt retten und kommt etwas später.
Also erstmal eine Trockenübung vor der Garage.

Nicht schlecht.
Die Kuschelübung spart 35 cm Stellbreite. 
Das könnte zusammen mit 20 Minuten Pedalstellungsoptimierung was werden, denn neben den 8 Rädern samt Rahmen muss ja auch noch das um die Anteile "spaßig Radfahren" erweiterte Gepäck rein.


Einige Stunden und ein paar Bausen am Kopf (saarländisch für Beule), das niedrige Blech am Ausstieg ist die Hölle, später ist tatsächlich alles verstaut.



Zeit für Desperados satt.
Zum ersten mal seit 3 Jahren mussten wir uns nicht auf 60 Liter Gepäck beschränken. 
Und das sieht man nun auch deutlich an der wenig entspannten Haltung der Hinterradfederung.
Noch was Bier, drei Zigarillos und 7 Stunden Schlaf, dann geht's nach Genua.
Und Sackezementi (Adverb?), das geht mit dem Ducato ab wie Luigis Katze.
So schnell und relaxivanti war ich mit Moppeds noch nie in Genuagate.

 

Sonst immer mit den "Toonos solitario" (einfach googeln) Schiffen von Moby unterwegs, waren wir von der Ausstattung der GNV Fähre, molto impressionato.


Irgendwann hat mich ein Steward aus dem Glasaufzug geworfen und mein selbst gebasteltes Schild "fuori servizio"
entfernt.
Grrrrrrr.


Naguto, und morgen erzähle ich dann, warum uns die Feuerwehr in unserem Hotel besucht hat
und warum ich ungerechtfertigterweise da


raus geflogen bin,
nur weil ich oben auf den Giebel rumgeturnt bin.
Es hieß im Prospekt ausdrücklich, dass man in und auf die Gebäude darf.

Grrrrrr.