Kroatien

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Irgendwie zeichnet es sich ab, dass es in unserer Urlaubsgestaltung bald ein paar schwerwiegende Veränderungen geben würde. Und nicht nur da.
Nach vielen tollen Jahren mit unserem geliebten 20 Jahre alten Wohnmobil, in dem wir fast 2 Monate des Jahres hausten, zeigt sich doch unübersehbar, dass wir uns in den letzten Jahren ein wenig auseinandergelebt haben. Zunehmend gehen mir die früher so geliebten kleinen Marotten auf den Senkel und die alte Technik fordert immer mehr meine Zeit und Aufmerksamkeit.
Auch die neu entdeckten Möglichkeiten, die sich aus der Entwöhnung der Ü100PS Maschinen hin zu gänzlich untermotorisierten Enduros ergeben, haben diesen Wandel merklich beschleunigt.

Es reift also der Gedanke es noch einmal auf großer Fahrt miteinander zu versuchen und sich danach vielleicht lieber im Guten zu trennen und nicht zu warten, bis unsere Beziehung abrupt mit einem lauten Krach und Tränen endet.




Es ergab sich zur Jahresmitte 2012,
dass das Dominatorforum seine über die Weiten des WorldWideWeb verstreuten Kinder
aus ihren dunklen Kammern hervorrief und
nach Berchtesgarden führte, um ein großes Palaver abzuhalten.

Eine glückliche Fügung des Schicksals oder dem heiligen Urlaubsantrag sei es gedankt, dass dieses Palaver vortrefflich mit der beschwerlichen Reise über die Alpen zu den steinigen Buchten Kroatiens in Einklang zu bringen war.


Und so machten sich Sabine und Volker mit zwei frisch umgebauten Motorrädern auf an die weit entfernte Grenze zu Austria, um in der abendlichen Sonne den einheimischen Brauerzeugnissen zu huldigen.




Das Dominatortreffen wurde an einem kleinen See abgehalten, der nicht nur nachts zum Baden einlud, sondern nach dem Genuss der scharfen Nüsse und Mandeln auch zum Austrinken animierte.

Der Abend verging wie beim Fluchen und neben den scharfen Nüssen gab's auch noch ein paar ganz scharfe Spielchen.

Trotz dieses Gelages gelang es uns, die Morgensonne des nächsten Tages in vollen Zügen zu genießen.




Leider sollte es nicht dabei bleiben, denn schon am Nachmittag des zweiten Tages kippte das ach so sonnig versprochene Wetter bereits und verteilte etliche Liter wolkenlosen Himmels auf den dankbar saugenden Pisten.




"Dankbar saugenden Pisten"???????? Ich glaube, ich muss dringend mal meinen Fernsehkonsum überdenken.


Jedenfalls konnte man die Fahrt querfeldein nur genießen, so lange man nicht durch ein Waldstück mit größeren Steigungen musste.

Und mehr als einmal wurde mir mal wieder bewusst, dass man jede Handbewegung und Geste durchaus aus seiner eigenen Sicht korrekt und dennoch völlig falsch interpretieren kann, denn als ich mich das erste Mal festgefahren hatte und nur irgendwie versuchte, auf der Kiste zu bleiben, waren meine Handzeichen (bleib bloß weg, hier geht gar nix) so indifferent, dass Sabine auch gleich folgte und sich dann 50 Meter unter mir festfuhr.

Aber noch nicht so schlimm und steil, dass sie es nicht aus eigener Kraft geschafft hätte, sich freizuwühlen.


Da ist sie noch sauber............


Der Regen sollte uns den ganzen Nachmittag begleiten und auch die Nacht wurde stürmisch und nass. So nass, dass ich doch sehr glücklich darüber war, dass wir mit unserem alten WOMO auf großer Fahrt waren und nicht im Zelt nächtigen mussten.

Auch den ganzen Sonntagmorgen regnete es und so machten wir uns recht früh schon weiter auf den Weg nach Süden.
Unser Ziel war die kleine lauschige Landzunge, die kurz nach dem italienischen Grenzübergang, ins Slowenische Meer ragt.



Diese Möglichkeit, wild in schönster Umgebung zu nächtigen und am Grenzlokal lecker Fischplatte zu essen, kannten wir noch von einer früheren Reise.

Doch 4 Jahre offene Grenze hatten das alles hier stark verändert.
Das Fischlokal an der Grenze, eigentlich ein recht moderner Bau, war verfallen, die Glasbedachung eingestürzt und auch die Geschäfte und Buden im Vorfeld der Grenze waren bis auf eine Ausnahme geschlossen.
Wie das Durchreiten einer Geisterstadt mutete uns der Weg zur Grenze, vorbei an dem verrosteten Spielgerät eines kleinen Spielplatzes, an.
Die Landzunge mit ihren kaum 70 Metern Breite lag malerisch im Sonnenlicht, als wir aus dem kleinen Waldstreifen auffuhren.Wir konnten uns sogar einen Platz aussuchen, denn entgegen unseren Befürchtungen war der Landstreifen annähernd leer.

Auch der schlechte Zustand der ohnehin nur rudimentär vorhandene Infrastruktur zeigt,




dass die Zeit des kleinen Grenzverkehrs mit seinen Wochenendausflügen auch hier Geschichte ist.

Nach den anstrengenden Abenden des Domi-Treffens hatten wir keine so rechte Lust, noch im Meer zu baden. Nur mal eben die Füße rein sollte genügen.
Lieber genossen wir noch ein paar Tequilabier beim Chillen  in der Abendsonne und später unser Abendessen auf dem von der Sonne aufgeheizten Stein.

Der nächste Tag sollte uns südöstlich hinter Zadar bringen. Wir ließen Istrien rechts liegen und hielten mit Volldampf auf Rijeka zu. Die Stadt nicht über die Autobahn zu umfahren, erwies sich schnell als Fehler. Der Verkehr ist gemessen an anderen südlichen Städten durchaus gesittet, aber leider verwandelte der Regen die schlechten Straßen in eine allzu glitschige Angelegenheit. Zuerst ließ mir der Gedanke an eine rutschende Kupplung hier bergan im Stadtverkehr das Blut in den Kopf schießen und gegen meine Trommelfelle pochen.

Erst der Blick auf den hochschnellenden Tacho begleitet von dem Lärm der steigendem Drehzahl bei null Vortrieb verriet die maximalbeschlupften Räder, die lustig Wasser vom Asphalt schabten.
Wer rechnet denn auch damit, dass der nasse Asphalt so wenig Grip aufbaut, dass selbst mein alter Saugdiesel die Räder durchdrehen lässt.
Also noch zaghafter anfahren und besser gar nicht mehr bergan stehen bleiben.
Das Gute daran...
wir waren nun bezüglich der rutschigen Straßen vorgewarnt.

Der Weg führte uns in unendlichen Mäandern am Ufer vorbei nach Zadar. Die Straße ist zum größten Teil malerisch schön und trocken in der Sonne gelegen, dennoch würde ich mit dem WOMO +Anhänger zukünftig eher ab Senj oder sogar ab Rijeka die Autobahn nehmen. Es ist halt doch sehr anstrengend, mit so einem alten Fahrzeug ohne Servounterstützung,  dieses permanente Hin und Her und ohne Turbo, ständig im Getriebe rührend, das Auf und Ab der Küstenwege zu genießen.


Wir erreichten unseren Zeltplatz in Pakostane noch in der Mittagssonne. Der Besitzer, ein Deutscher, der zusammen mit seiner bosnischen Frau und Familie hier alles managt, hatte noch einen Platz für uns. Mir ist er ein wenig zu norddeutsch, aber ich denke mal die meisten Gäste hier mögen es, wenn sie maximalbetreut werden. Dafür ist dar Platz sehr sauber, hat einen eigenen Strand mit dichtem Baumbestand und Badeterrasse, was für mich noch sehr wichtig werden sollte.



Das Wasser war traumhaft und es machte mir einen irren Spaß, in dem Archipel zu baden und ich denke zum ersten Mal im Leben ernsthaft über die Anschaffung eines Bootes nach.




Na ok, diese Phase hat Gott sei Dank nicht allzu lange angehalten,

denn!!!!!!!!!!
wir waren ja schließlich zum Offroadfahren hier.

Unsere erste Ausfahrt sollte uns nach Zadar führen, denn neben dem gekonnten Akklimatisieren bei einem ausgeprägten Shopping in einem alten Stadtzentrum bekomme ich auch Stabilit, den ich dringend zur Reparatur meines abgerissenen Tachogebers benötige.

Der Tacho funktionierte also ca. 170 km nicht. Klingt bei einer Jahresleistung von um die 21000 km erstmal nicht viel, sollte aber tatsächlich dazu führen, dass ich dieses Jahr den Kilometerpokal dem guten Mike, wegen 48 fehlender km, überlassen musste.

Leider zogen sich die Wolken an dem Nachmittag immer weiter zu und so war dieses riesige Eis nicht das einzige, was etwas Abkühlung gewährte.




Das Eis war sogar so riesig, dass man es nicht ganz aufessen konnte. Na, ok, sicher gibt es welche unter euch, die sich dieser Herausforderung erfolgreich gestellt hätten.

Dicht unter der Küste führte uns der Weg dicht, manchmal zu dicht am Wasser entlang.



Und wie es der Zufall so will, just genau in dem Moment in dieses Restaurant, als sich die Himmelspforten abermals öffnen.




Zeit genug, bei einem Kaffee den Weg an der Wasserlinie entlang weiter auszugestalten. Und bis auf ein paar Wege, die einfach im Meer endeten, konnten wir schon einige Kilometer Schotter unter die Räder nehmen.






Leider finde ich meine  Aufzeichnungen über die Strecken und Wege nicht mehr.

Daher wird das in der Folge auch kein zusammenhängender Bericht mit Roadbook usw. werden können.
Ich werde also nachfolgend die einzelnen Zielgebiete unserer Touren jeweils vorstellen und ein paar Infos zu den Strecken und natürlich viele Bilder beilegen.
Ich hoffe, es wird Euch gefallen.
Ein paar Appetizer gefällig?













Bildersammlung: